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Hier werden regelmäßig neue Arbeiten und Zwischenstände veröffentlicht, sowie Texte, Publikationen und Informationen zu kommenden Ausstellungen.

Fähre

erstellt am 10. Mrz. 2016 von Frank Hauptvogel

Titel: Fähre
Größe: H 250 cm x B 210 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Jahr: 2016

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Begegnung mit dem Puppenspieler

erstellt am 10. Mrz. 2016 von Frank Hauptvogel

Zu Frank Hauptvogels Bildern

Juliane Reckow

 

Das Verhältnis zwischen Schauspiel und wahrhaftem Empfinden ist ein zentrales Thema im Werk des Leipziger Malers und Grafikers Frank Hauptvogel. Dafür kann der Impuls der Werke ein Traum oder Gedanke sein, dessen schemenhafte Welt es zu beleuchten gilt. Die Landschaftsgebilde sind nicht der Realität entnommen, sondern der Phantasie des Malers entsprungen. Nicht selten verweisen sie wie im Theater die Bühnenbilder auf Bevorstehendes oder unterstreichen die Stimmungen, in denen sich die Menschen befinden. Die Landschaften sind die Weltbühne, auf der sich auch die Figur des Puppenspielers bewegt.

So erscheint der Spieler das erste Mal versehrt in grellrotem Hemd in wüster Umgebung, die an einen Kriegsschauplatz, oder eine Müllhalde erinnert. Vom früheren Werk »Zettels Erwachen« ist die Narrenkappe geblieben, die der Spieler nun trägt, während er mit ernster und vorwurfsvoller Miene dem Betrachter entgegenblickt. Was war geschehen? Zertrümmerte Figuren umgeben ihn, über ihnen hat sich der Himmel zugezogen. Es entsteht eine Endzeitstimmung, in welcher der Spieler sein Spiel aufgegeben hat.

Im nächsten Bild wird er auf eine Bühne gezerrt, um weiterzuspielen. Regungslos lässt sich der Spieler das gefallen und setzt sein Spiel in den folgenden Werken fort, als eine neue Figur im Bild erscheint. Am Beispiel des Puppenspielers erkennt man einen Fortlauf in den Bildern des Künstlers, der von der Leipziger Schule geprägt ist. In der Fachklasse für Malerei entwickelte er unter Arno Rink seinen freien Umgang mit Themen und den hohen Anspruch an figürlicher Darstellung. Die Menschen zeigt der Maler in Kleidung, die an Kostüme einer anderen Zeit erinnern. Kostüme, die womöglich den Anstand verraten, einer Gesellschaft gerecht zu werden und sich in festlicher Kleidung zu wahren. Doch in noch so feinen Stoffen kann man stürzen und zum Narren werden. Immer wieder scheint ein Ausbrechen in uferlosen Weiten schwer möglich zu sein. Die Menschen tragen eine Aufgabe in sich und folgen ihr beharrlich. Nicht selten, um sich vom Kummer abzulenken und ihre Sorgen zu kompensieren. So springt ein junger Mann im Bild mit konzentriertem Blick Seil. Die Verbände sowohl an Hand- und Fußgelenken weisen darauf hin, dass er diese Betätigung schon seit langer Zeit ausübt.

Das Leben wird zum Theater, in dem die Spieler ihre Rollen mit Fassung tragen wollen und die Rettung sich in ihrer Menschlichkeit präsentiert. Denn gerade diese ist es, die unter dem Korsett hervorschimmert und an den Betrachter appelliert: In jedem Menschen steckt die Unvollkommenheit. Sei es der Versuch, zu zaubern, oder sich der Liebe zu ergeben: Leben heißt, den Versuch zu unternehmen, sich selbst verständlich zu machen.

Wenn die Figuren nicht um Haltung bedacht sind, tanzen die Narren über die Bühne und verweisen auf die auferlegten Pflichten, denen manche Figuren sich nicht fügen wollen.

So ist zwar das Kostüm angelegt, doch fehlt ein Hosenbein, oder das Hemd schaut unter der Weste hervor. Ein ewiger Kampf zwischen Ordnung und wilder Phantasie tanzt durch die Reihen. Doch nur mit der Ordnung lässt sich die Phantasie begreifen und nur mit der Phantasie die Ordnung ertragen. Es ist ein Widerspruch, der einen aufatmen lässt und all jene Gedanken erbaut, die nach den Träumen der Figuren fragen. Dabei sind Blicke suchend oder wartend, fordernd oder neugierig. Sie schleppen sich dahin, tanzen ein wenig oder bemühen sich, ihre Aufgabe nicht zu verlieren, um dem Kreislauf standzuhalten. Wohlwollend, statt verurteilend erblickt der Betrachter die Figuren und erahnt manchmal ihr Scheitern. Doch im Bild verharrend bleibt das Warten gegenwärtig. Man bleibt geduldig und erblickt dabei das Allzumenschliche. In ihm verstecken sich die Wunder und der Zauber, mit der die Welt umspielt wird. Spricht man vom Surrealismus, so ist ganz nach dieser Wortschöpfung in den Bildern wahrlich etwas, dass über dem Realismus zu schweben scheint. Es ist der Kopf des Malers, aus dem die Figuren spazieren und sich mustern und betrachten. Sie entstehen auf keinen Vorskizzen, sondern direkt auf der Leinwand und werden manchmal verworfen, um anderen Figuren Platz zu machen. Steht man ihnen gegenüber, erkennt man in ihnen die wundersamen Wesen, die auf der Suche vom Maler festgehalten wurden.

Puppenspielers Spiel

erstellt am 14. Jan. 2016 von Frank Hauptvogel

Titel: Puppenspielers Spiel
Größe: H 260 cm x B 210 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Jahr: 2015/16

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Puppenspielers Mutmaßungen

erstellt am 12. Nov. 2015 von Frank Hauptvogel

Titel: Puppenspielers Mutmaßungen
Größe: H 260 cm x B 210 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Jahr: 2015

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Puppenspieler unterbricht

erstellt am 27. Sep. 2015 von Frank Hauptvogel

Titel: „Puppenspieler unterbricht“
Größe: H 108 cm x B 90 cm
Technik: Öl auf grundiertem Karton
Jahr: 2015

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Begegnung mit Puppenspieler

erstellt am 20. Sep. 2015 von Frank Hauptvogel

Titel: Begegnung mit Puppenspieler
Größe: H 190 cm x B 140 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Jahr: 2015

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Der Kunstverein “Talstrasse“ e.V. in Halle (Saale) widmet sich in der Zeit vom 3. September bis 29. November 2015 in einer Ausstellung, unter Beteiligung von 26 Künstlern, die mehr als 100 Werke präsentieren, dem Thema „Die phantastische Linie – Kunst aus Leipzig“.
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Ausstellung in Berlin: Aquarelle und Zeichnungen

erstellt am 23. Aug. 2015 von Frank Hauptvogel
Aquarelle und Zeichnungen Frank Hauptvogel, Berlin 2015

» Einladung (PDF)

13.09.2015, 16:00 Uhr

anlässlich „Tag des offenen Denkmals“
„nach einer Zeit“ – Hommage an den Maler Frank Hauptvogel
Hallenser Autoren, Ralf Meyer / Jule Reckow / Mario Schneider lesen Gedichte und Erzählungen und plaudern über Frank Hauptvogels aktuelle Ausstellung
Der Maler ist anwesend

29.09.2015, 16:30 – 17:30 Uhr 

„nach einer Zeit“ Finissage
Künstlergespräch Frank Hauptvogel und Dietmar Rother (Galerieleiter), Moderation: Ralf Meyer

17:30 – 18:30 Uhr Konzert/Finesse, Eintritt: 5,00 €

Konzert Chanson-Projekt „Finesse“ mit Ines Agnes Krautwurst (Gesang), Thomas Bachmann (Gitarre), Johannes Bachmann (Bass)

Ausstellungseröffnung in Merseburg

erstellt am 20. Jul. 2015 von Frank Hauptvogel

 

Am vergangenen Sonntag wurde in der Willi-Sitte-Galerie die Ausstellung „Nach einer Zeit – Malerei und Zeichnungen von Frank Hauptvogel“ eröffnet. Es sprachen Ralf Meyer und Manfred Jendryschik, die Gruppe nurso chanson sorgte für Musik. Die Ausstellung kann noch bis 01.10.2015 besucht werden.

 

ABGRUND & IDYLL: SAUM-SELIG SURREAL

Anscheinend, scheinbar siedeln/handeln die Figuren, gemeinhin stets Figurationen Frank Hauptvogels anders als üblich, möglicherweise in den Jahrhunderten lebend, nicht zuletzt in der Mitte des 19ten, spätes Biedermeier, Verwandtes (so ist es, des Öfteren, auch bei den Compagnons). Ein Saeculum gibt dem vorderen, dem nächsten die Klinke in die Hand, ja.

Die Dargestellten sind nicht wirklich(e) künstlerisch explizite Leibhaftige / Leibhaftungen, sondern wie Zitate (oder sich selbst erfindende). Die vorgeführten, herbeigerufenen Gestalten, mitunter Teile von ihnen, sind einem heutigen Beziehungsgeflecht verpflichtet, aber das gesamte Interieur, die nicht genauer benannten Umstände wollen den Eindruck erwecken, hier wird eine weitere, eine (so) nie gewesene Zeit vor unser Auge, unser Bewusst-sein gehoben. Die mehrfachen Täuschungen sind das eigentliche Ziel, die Wahrheit gibt sich als unsicher (sie ist es), als vagantes/vakantes Spiel von Tempus und Ort, von Realität und Traum(a), die festen Werte, die Definitionen, Bestimmbares, Gesetzliches sind deutlich in Frage gestellt, sie existieren nicht seiend, existierten nie – so die Behauptung.

Vielleicht die genaueste Kenn-Zeichnung eines ungefähren Jetzt, eines Immer. Und wenn jener Herr im Gehrock durch die gegenwärtigen Straßen wandelt und leise vor sich hin pfeift, so ist es der, dem eine Schnupftabakdose vertraut ist, doch der noch nie von einem Flugzeug hörte, es sei denn als Illusionstheater. Und der uns nachdenken lässt, was nun entscheidend wichtig / wesentlich ist. Und was bedeutsam, mit welcher Bedeutung.

 

– Manfred Jendryschik

Copyright © 2018 Frank Hauptvogel