Ausstellungseröffnung in Merseburg | Frank Hauptvogel

Ausstellungseröffnung in Merseburg

erstellt am 20. Jul. 2015 von Frank Hauptvogel

 

Am vergangenen Sonntag wurde in der Willi-Sitte-Galerie die Ausstellung „Nach einer Zeit – Malerei und Zeichnungen von Frank Hauptvogel“ eröffnet. Es sprachen Ralf Meyer und Manfred Jendryschik, die Gruppe nurso chanson sorgte für Musik. Die Ausstellung kann noch bis 01.10.2015 besucht werden.

 

ABGRUND & IDYLL: SAUM-SELIG SURREAL

Anscheinend, scheinbar siedeln/handeln die Figuren, gemeinhin stets Figurationen Frank Hauptvogels anders als üblich, möglicherweise in den Jahrhunderten lebend, nicht zuletzt in der Mitte des 19ten, spätes Biedermeier, Verwandtes (so ist es, des Öfteren, auch bei den Compagnons). Ein Saeculum gibt dem vorderen, dem nächsten die Klinke in die Hand, ja.

Die Dargestellten sind nicht wirklich(e) künstlerisch explizite Leibhaftige / Leibhaftungen, sondern wie Zitate (oder sich selbst erfindende). Die vorgeführten, herbeigerufenen Gestalten, mitunter Teile von ihnen, sind einem heutigen Beziehungsgeflecht verpflichtet, aber das gesamte Interieur, die nicht genauer benannten Umstände wollen den Eindruck erwecken, hier wird eine weitere, eine (so) nie gewesene Zeit vor unser Auge, unser Bewusst-sein gehoben. Die mehrfachen Täuschungen sind das eigentliche Ziel, die Wahrheit gibt sich als unsicher (sie ist es), als vagantes/vakantes Spiel von Tempus und Ort, von Realität und Traum(a), die festen Werte, die Definitionen, Bestimmbares, Gesetzliches sind deutlich in Frage gestellt, sie existieren nicht seiend, existierten nie – so die Behauptung.

Vielleicht die genaueste Kenn-Zeichnung eines ungefähren Jetzt, eines Immer. Und wenn jener Herr im Gehrock durch die gegenwärtigen Straßen wandelt und leise vor sich hin pfeift, so ist es der, dem eine Schnupftabakdose vertraut ist, doch der noch nie von einem Flugzeug hörte, es sei denn als Illusionstheater. Und der uns nachdenken lässt, was nun entscheidend wichtig / wesentlich ist. Und was bedeutsam, mit welcher Bedeutung.

 

– Manfred Jendryschik

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